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Ersttrimester-Screening in der Schwangerschaft

Inhalte, Normwerte für Ultraschall und Biochemie in der 11.–13. Woche

🔬 Empfohlene Untersuchung in der 11.–13. Woche

Das Ersttrimester-Screening ist eine Kombination aus Ultraschall und Bluttest in der 11+0 bis 13+6 Schwangerschaftswoche. Es bewertet das Risiko für Chromosomenanomalien (Trisomie 21, 18, 13) und angeborene Fehlbildungen. Die Genauigkeit des kombinierten Screenings beträgt 90–95 %.

📋 Was umfasst das Ersttrimester-Screening?

Das Ersttrimester-Screening (Pränatalscreening I. Trimenon) ist eine umfassende Untersuchung, die zwischen 11+0 und 13+6 Schwangerschaftswochen durchgeführt wird. Der optimale Zeitpunkt liegt bei 12–13 Wochen, wenn die Scheitel-Steiß-Länge (SSL) des Fötus 45–84 mm beträgt.

Das Screening besteht aus zwei Pflichtkomponenten:

  • Ultraschall des Fötus — Beurteilung der Anatomie, Messung wichtiger Marker (Nackentransparenz, Nasenbein, SSL usw.). Wird transabdominal oder transvaginal durchgeführt.
  • Biochemischer Bluttest — Bestimmung von β-hCG (freie Beta-Untereinheit des humanen Choriongonadotropins) und PAPP-A (schwangerschaftsassoziiertes Plasmaprotein A). Blutabnahme nüchtern aus der Vene.

Diese beiden Komponenten zusammen werden als kombiniertes Screening bezeichnet. Die Ergebnisse werden in ein spezielles Programm eingegeben (meist der FMF-Algorithmus), das unter Berücksichtigung von Alter, Gewicht, Ethnizität und anderen Faktoren das individuelle Risiko für Chromosomenanomalien berechnet. Die Genauigkeit des kombinierten Screenings für die Trisomie 21 (Down-Syndrom) beträgt 90–95 % bei einer falsch-positiven Rate von ca. 5 %.

Ziel des Screenings ist nicht die Diagnosestellung, sondern die Identifizierung von Hochrisikogruppen für weitere Untersuchungen. Das Screening ist freiwillig, wird aber von den meisten gynäkologischen Fachgesellschaften empfohlen.

🖥️ Ultraschallparameter und Normwerte

Beim Ultraschall misst der Arzt mehrere wichtige Marker. Hier sind die wichtigsten Parameter und ihre Normwerte in der 12. SSW:

ParameterWas wird gemessenNormwert (12. Woche)
SSL (Scheitel-Steiß-Länge)Länge des Embryos vom Scheitel bis zum Steiß — bestimmt das genaue Gestationsalter45–84 mm (für die Durchführung des Screenings)
NT (Nackentransparenz)Flüssigkeitsansammlung im Nackenbereich des Fötus — wichtigster Marker für Chromosomenanomalienbis 2,5 mm — normal; >3,0 mm — erhöhtes Risiko
NasenbeinVorhandensein und Größe des Nasenbeins — zusätzlicher Marker für Trisomie 21Darstellbar (normal); nicht darstellbar — erhöhtes Risiko
Herzfrequenz des FötusHerzschlagrate — Beurteilung der Herzfunktion150–175 Schläge/min
Blutfluss im Ductus venosusBlutflussmuster — zusätzlicher Marker für angeborene HerzfehlerNormal (positive A-Welle); reverser Fluss — Risiko

Nackentransparenz (NT) — der wichtigste Ultraschallmarker des Ersttrimester-Screenings. Laut FMF beträgt die normale NT in der 12. SSW im Durchschnitt 1,6–1,8 mm. Werte bis 2,5 mm gelten als normal. Bei NT von 2,5–3,0 mm gilt das Ergebnis als grenzwertig, bei NT über 3,0 mm steigt das Risiko für Chromosomenanomalien erheblich. Allerdings bedeutet eine vergrößerte NT allein noch keine Diagnose.

🧪 Biochemie: β-hCG und PAPP-A

Die zweite Komponente des Screenings ist die Analyse des venösen Blutes der Mutter auf zwei Marker. Die Ergebnisse werden in MoM (Multiples of the Median) ausgedrückt. Normalbereich: 0,5–2,0 MoM.

ParameterBedeutungNormwert (MoM)
β-hCG (freie Beta-hCG)Von der Plazenta produziertes Hormon. Abweichungen können auf Chromosomenanomalien hinweisen0,5–2,0 MoM
PAPP-AVom Trophoblasten produziertes Protein. Erniedrigte Werte sind mit erhöhtem Risiko für Chromosomenanomalien und Schwangerschaftskomplikationen verbunden0,5–2,0 MoM

Interpretation der Abweichungen

Beim Down-Syndrom (Trisomie 21) typisches Muster: β-hCG erhöht (oft >2,0 MoM), PAPP-A erniedrigt (oft <0,5 MoM).

Beim Edwards-Syndrom (Trisomie 18) und Patau-Syndrom (Trisomie 13) sind beide Marker in der Regel erniedrigt.

Ein erniedrigtes PAPP-A kann auch auf ein Risiko für intrauterine Wachstumsrestriktion oder Präeklampsie hinweisen, auch bei niedrigem Chromosomenrisiko.

📊 Wie werden die Screening-Ergebnisse ausgewertet?

Das Ergebnis des kombinierten Screenings ist ein individuelles Risiko, ausgedrückt als Verhältnis, z. B. 1:1500 oder 1:150.

Was bedeuten die Risikowerte?

  • 1:10 000 — sehr geringes Risiko
  • 1:1 000 — geringes Risiko
  • 1:500 — moderates Risiko
  • 1:250 — Schwellenwert (in den meisten Leitlinien)
  • 1:100 — hohes Risiko
  • 1:50 — sehr hohes Risiko

Liegt das Risiko unter dem Schwellenwert (z. B. 1:1500 bei Schwellenwert 1:250) — negatives Ergebnis (geringes Risiko). Liegt es darüber (z. B. 1:80) — positives Ergebnis (hohes Risiko, weitere Abklärung empfohlen).

Wichtig: Screening ist keine Diagnose. Ein positives Screening-Ergebnis bedeutet nur, dass weitere Untersuchungen empfohlen werden. Statistisch haben nur 2–3 % der Frauen mit positivem Screening tatsächlich eine Chromosomenanomalie.

⚠️ Was tun bei hohem Risiko?

Hohes Risiko im Screening ist keine Diagnose, sondern Anlass für weitere Abklärung:

NIPT (Nicht-invasiver Pränataltest)

NIPT analysiert die freie fötale DNA im mütterlichen Blut. Genauigkeit für Trisomie 21: über 99 %. Sicher, kein Fehlgeburtsrisiko. Ergebnis nach 5–10 Werktagen. Muss bei positivem Befund durch einen invasiven Test bestätigt werden.

Invasive Diagnostik

  • Chorionzottenbiopsie (CVS) — 11.–14. SSW. Ergebnis nach 7–14 Tagen.
  • Amniozentese — 16.–18. SSW. Ergebnis nach 14–21 Tagen.

Beide liefern einen genauen Chromosomenbefund (>99,9 % Genauigkeit), haben aber ein Fehlgeburtsrisiko von ca. 0,5–1 %.

⚠️ Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Auswertung der Screening-Ergebnisse sollte durch einen qualifizierten Facharzt erfolgen.

❓ Häufige Fragen

Wann sollte das Ersttrimester-Screening durchgeführt werden?

Optimal in der 12.–13. SSW (SSL 45–84 mm). Möglicher Zeitraum: 11+0 bis 13+6 Schwangerschaftswochen.

Muss man sich auf das Screening vorbereiten?

Für den Bluttest nüchtern erscheinen (8–12 Stunden ohne Essen). Für den Ultraschall ist keine besondere Vorbereitung nötig.

Das Screening zeigte ein hohes Risiko — was nun?

Ein hohes Risiko im Screening ist KEINE Diagnose. Es empfiehlt sich ein NIPT (nicht-invasiver Pränataltest) oder direkt eine invasive Diagnostik. Die Entscheidung wird gemeinsam mit dem Arzt getroffen.

Ist das Screening freiwillig?

Ja, das Screening ist freiwillig. Ärzte empfehlen es jedoch dringend, da es ermöglicht, schwerwiegende Chromosomenanomalien frühzeitig zu erkennen.

Was sind normale MoM-Werte?

Normal sind Werte zwischen 0,5 und 2,0 MoM. Werte außerhalb dieses Bereichs erfordern Aufmerksamkeit, sind aber allein keine Diagnose.

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Medizinische Redaktion

Geprüft vom Redaktionsteam pregnancy.com.ua ACOG, FMF, DEGUM, ISUOG

Aktualisiert: März 2026

Quellen

  • ACOG Practice Bulletin — Screening for Fetal Chromosomal Abnormalities
  • Fetal Medicine Foundation — First Trimester Screening Protocol
  • DEGUM — Leitlinien zur Pränataldiagnostik
  • ISUOG — Practice Guidelines for first-trimester screening
  • NHS — Screening tests in pregnancy

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