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Darf man in der Schwangerschaft Röntgenaufnahmen machen?

Diagnostische Strahlung: tatsächliche Risiken und wann sie nötig ist

⚠️ Nur wenn nötig — unter ärztlicher Aufsicht

Einzelne diagnostische Röntgenaufnahmen setzen den Fötus sehr geringen Strahlendosen aus, die in der Regel unbedenklich sind. Dennoch sollte unnötige Strahlung vermieden werden. Ultraschall und MRT (ohne Kontrastmittel) sind strahlungsfreie Alternativen.

🩻 Strahlendosis bei häufigen Untersuchungen

Die Schwelle für fetale Strahlenschäden liegt bei 50-100 mGy. Die meisten diagnostischen Untersuchungen liegen weit darunter:

UntersuchungUngefähre fetale DosisRisiko
Zahnröntgen<0,01 mGyVernachlässigbar
Röntgen Thorax0,002 mGyVernachlässigbar
Röntgen Extremität0,001 mGyVernachlässigbar
Mammographie0,004 mGyVernachlässigbar
CT Kopf<0,05 mGySehr gering
CT Abdomen8-25 mGyGering, aber abwägen
CT Becken25-79 mGyMäßig, Alternativen abwägen

⚠️ Strahlenrisiken in der Schwangerschaft

Die Risiken hängen von der Dosis und dem Gestationsalter ab:

  • Woche 1-2: „Alles-oder-Nichts"-Effekt — der Embryo überlebt unbeschadet oder geht verloren.
  • Woche 3-8 (Organogenese): empfindlichster Zeitraum für Fehlbildungen, aber nur bei Dosen >100 mGy.
  • Woche 8-25: theoretisches Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Dosen >100 mGy.
  • Nach Woche 25: geringere Empfindlichkeit; Risiko bei Dosen >500 mGy.

✅ Strahlungsfreie Alternativen

  • Ultraschall: jederzeit in der Schwangerschaft sicher.
  • MRT (ohne Gadolinium): sicher, besonders nützlich für Weichteilgewebe.

Wenn eine Röntgenaufnahme jedoch medizinisch notwendig ist, überwiegt der diagnostische Nutzen in der Regel bei Weitem das minimale Strahlenrisiko.

📋 Schutzmaßnahmen

  • Informieren Sie das medizinische Personal stets darüber, dass Sie schwanger sind oder sein könnten.
  • Verwendung einer Bleischürze zum Schutz des Bauches, wenn möglich.
  • Anforderung der geringstmöglichen Dosis (ALARA-Prinzip).
  • Mit dem Arzt besprechen, ob die Untersuchung bis nach der Geburt verschoben werden kann.

❓ Häufige Fragen

Ist ein Zahnröntgen in der Schwangerschaft gefährlich?

Nein, ein Zahnröntgen setzt den Fötus einer vernachlässigbaren Dosis aus (weniger als 0,01 mGy), tausendfach unter der Schadensschwelle. Es ist mit Bleischürze sicher.

Darf ich in der Schwangerschaft eine Thorax-Röntgenaufnahme machen lassen?

Ja, wenn sie medizinisch notwendig ist. Die fetale Dosis ist extrem niedrig (0,002 mGy). Es wird eine Bleischürze über dem Bauch verwendet.

Ist ein CT in der Schwangerschaft sicher?

CT des Kopfes oder der Extremitäten setzt den Fötus geringen Dosen aus. Ein CT des Abdomens oder Beckens beinhaltet höhere Dosen und es sollte abgewogen werden, ob Alternativen bestehen. Immer nur auf ärztliche Anordnung.

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Medizinische Redaktion

Geprüft vom Redaktionsteam pregnancy.com.ua ACOG, ACR, ICRP, DGGG

Aktualisiert: März 2026

Quellen

  • ACOG — Guidelines for Diagnostic Imaging During Pregnancy and Lactation, Committee Opinion 723
  • ACR (American College of Radiology) — Practice guideline for imaging pregnant patients
  • ICRP — Protection of the pregnant patient
  • DGGG — Diagnostische Bildgebung mit Strahlung in der Schwangerschaft

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